Fischeinkaufspolitik

Wildfang

In der Fischereiwirtschaft handelt es sich bei jedem Speisefisch, der nicht in einer Aquakultur gezüchtet wurde, um Wildfang. Derzeit werden ca. 70 Prozent aller Fische, die für den Verzehr geeignet sind, natürlich im Meer oder in Flüssen gefangen. Da die weltweiten Fischbestände durch intensive Fischereiwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten zum Teil stark zurückgegangen sind, müssen Kriterien der Nachhaltigkeit in erster Linie auf Wildfisch angewandt werden.

Eine nachhaltige Fischerei in den Bereichen Meeres- und Binnenfischerei achtet im besonderen Maße auf die Einhaltung folgender Aspekte des Umwelt- und Bestandsschutzes:


  • keine Überfischung bestandsbedrohter und gefährdeter Fischarten und -bestände;
  • Ausschluss von Rohwaren aus illegaler, unregulierter und undokumentierter Fischerei (siehe ,IUU-Fischerei');
  • Vermeidung von Beifang und Schutz von Meeresbewohnern, die nicht Ziel des Fangs sind (z. B. Schildkröten, Delfine, Haie);
  • Minimierung von negativen ökologischen Auswirkungen auf den Meeresboden aufgrund umweltunverträglicher Fangmethoden;
  • die Einhaltung sozialer Mindeststandards in der gesamten Produktionskette, d. h. vom Fangschiff über den Verarbeiter bis zum Verkauf (Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO/BSCI-Kodex);
  • ein nachhaltiges Fischereimanagement, d. h. Reduzierung des Energieverbrauchs bei der Verarbeitung und dem Transport der Rohwaren.

ALDI NORD reagiert als verantwortungsvoll handelndes Unternehmen auf diese Gefährdungen mit seinen verbindlichen Richtlinien der nachhaltigen Fischeinkaufspolitik.


Distanzierung von problematischen Fangmethoden

ALDI NORD distanziert sich von folgenden Fangmethoden, die Experten als problematisch eingestuft haben:


  • Fischfang mit Giftstoffen/Dynamit;
  • Treibnetzfischerei;
  • Grundschleppnetz/Trawl*;
  • Fang mit Dredschen/Stahlnetzen*;
  • Langleinen;
  • Stellnetzfischerei;
  • Baumkurren-Fischerei.

* Das Angebot von Fisch- und Meeresfrüchteprodukten, die mit diesen Fangmethoden gefangen wurden, wird entscheidend minimiert, bzw. zukünftig aus anerkannt nachhaltig zertifizierter Fischerei (Marine Stewardship Council) angeboten.

Einsatz nachhaltiger Fangmethoden

Mit unserer nachhaltigen Fischeinkaufspolitik haben wir unsere Lieferanten aufgefordert, folgende umwelt- und bestandsschonende Fangmethoden bei der Produktion von ALDI NORD-Fischprodukten einzusetzen:


  • Fischfang mit Ringwadennetzen nach gezielter Schwarmortung;
  • pelagische Schleppnetzfischerei mit speziellen Netzen gegen unerwünschten Beifang, d. h. Fische, die nicht das Ziel des Fangs sind;
  • Angeln (pole and line), insbesondere beim Thunfischfang;
  • Wurfnetze und
  • Reusen (Binnenfischerei).

Grundsätzlich verfolgen wir das Ziel, für unser ALDI NORD-Thunfischangebot zukünftig nur noch zwei Fangmethoden zuzulassen:


  • Ringwade ohne Fischsammler (FAD): Die Netze sollen mit angepasster Maschenweite und modernen Technologien (z. B. Sortiergitter, Fluchtfenster oder akustische Signale) den Beifang von Jungtieren und anderen schützenswerten Tierarten (Delfine, Haie, Schildkröten etc.) verhindern;
  • Angeln (pole and line) mit speziellen Rundhaken.

Die Anteile dieser nachhaltigen Fangmethoden werden wir sukzessive erhöhen.

 



Fanggebiete

Wir möchten den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine transparente Information ermöglichen. Dies beinhaltet auch die Angabe des FAO-Fanggebiets und des Subfanggebiets auf unseren Produktverpackungen. Anhand dieser Angabe können interessierte Verbraucherinnen und Verbraucher auf der FAO-Karte erfahren, aus welcher Region der gekaufte Fisch stammt. Mithilfe dieser Angabe kann zudem nachvollzogen werden, ob eine bestimmte Fischart gefährdet oder ob eine Meeresregion überfischt ist.